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Lucy und Rosi aus Dresden

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    Lucy und Rosi

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    Rosi: Wir haben keine Besonderheiten, wir haben Krankheiten. Und die bleiben auch für immer.

    Lucy: Mit Blick auf die Gesellschaft finde ich, dass man mehr erwarten kann. So schwierig ist Akzeptanz nicht und ich finde es schade, dass vieles so runter geredet wird.

    Rosi: Wir gehen beide sehr reflektiert mit unseren Krankheiten um. Es begleitet uns beide schon lange und wir haben einen ähnlichen Leidensweg mit Klinik und Therapie.

      Ich bin Lucy und bin Schülerin. Ich habe ADHS, eine Essstörung und eine Borderline Persönlichkeitsstörung.

      Ich bin Rosi, ich gehe auf die gleiche Schule wie Lucy. Ich habe eine Depression, eine Essstörung und eine soziale Angst- und Panikstörung. Ich hatte auch schon einige Verdachtsdiagnosen in Richtung Bipolar. Lucy ist einer der Menschen, mit denen ich am meisten über meine Krankheiten reden kann. Wir gehen beide sehr reflektiert mit unseren Krankheiten um. Es begleitet uns beide schon lange und wir haben einen ähnlichen Leidensweg mit Klinik und Therapie.

      Lucy: Krank bin ich schon immer. ADHS habe ich schon immer. Die Diagnose für die Essstörung habe ich zwar erst vor Kurzem bekommen, aber Gedanken in die Richtung habe ich schon, seit ich ein Kind war. Borderline habe ich auch schon immer. Es entsteht aus einer Trauma-Folgestörung, die im frühkindlichen Alter durch verschiedene Traumata und eine genetische Veranlagung entsteht. Eigentlich habe ich alles schon mein Leben lang. Deshalb weiß ich auch nicht, wie es ohne diese Krankheiten ist.

      Mit Blick auf die Gesellschaft finde ich, dass man mehr Akzeptanz erwarten kann und ich finde es schade, dass vieles so runter geredet wird. Die Personen haben ihre Krankheiten aus einem Grund. Wenn das für andere Personen nicht schlimm ist, ist das für die schön, aber für die andere Person ist es eben schlimm. Und das muss man akzeptieren. Wir sind alle unterschiedlich und was dem einen nichts ausmacht, ist für jemand anderen schwer zu ertragen. Wir sind unterschiedlich sensibel und gehen unterschiedlich mit Dingen um.

      Rosi: Ich würde mir einerseits wünschen, dass wir aufhören immer Vergleiche anzustellen. Nach dem Motto: Der einen Person geht es schlechter, dann ist bei dir nicht so schlimm. Dann würde ich mir wünschen, dass es weniger Vorurteile und mehr Aufklärung gäbe. Und ich würde mir wünschen, dass sich Leute professionell diagnostizieren lassen. Und nicht, weil sie etwas im Internet gesehen haben und es ihnen neulich schlecht ging, denken, dass sie Depression haben. Wenn es dir schlecht geht, dann geh zu deinem Hausarzt oder geh in Beratungsstellen und lass dir professionell helfen.

      Lucy und Rosi

       

      Das Gespräch mit Lucy und Rosi aus Dresden war am 17. September 2025.

       

       

      Ich bin Lucy und bin Schülerin.

      Ich habe verschiedene Krankheiten:

      Ich habe eine Ess-Störung und eine Borderline-Störung.

      Außerdem habe ich ADHS.

      Das lange Wort heißt Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung.

      Bei dieser Störung kann man sich zum Beispiel schlecht konzentrieren.

       

      Ich bin Rosi und gehe auf die gleiche Schule wie Lucy.

      Ich habe Depressionen, eine Ess-Störung und eine Angst-Störung.

      Mit Lucy kann ich am besten über meine Krankheiten reden.

      Wir haben beide schon länger die Krankheiten.

      Und wir haben ähnliche Erfahrungen mit den Behandlungen.

       

       

      Lucy

      Ich hatte schon als Kind Schwierigkeiten mit dem Essen.

      Erst vor kurzem wurde meine Ess-Störung bestätigt.

      Auch Borderline habe ich schon lange.

      Bei dieser Krankheit hat man Probleme mit den Gefühlen.

      Die sind entweder sehr stark.

      Oder man fühlt gar nichts.

       

      Meine Krankheiten habe ich schon mein Leben lang.

      Deshalb weiß ich nicht, wie es ohne diese Krankheiten ist.

       

      Die anderen Menschen verstehen mich oft nicht.

      Viele sagen:

      Du hast doch gar nichts.

      Es ist doch gar nicht so schlimm.

       

      Ich wünsche mir von den anderen, dass sie mir glauben.

      Wenn ich sage:

      Es geht mir schlecht.

      Dann ist es so.

       

      Menschen sind unterschiedlich.

      Manche Dinge sind für eine Person leicht.

      Aber für eine andere Person sind dieselben Dinge sehr schwer.

      Wir sind unterschiedlich empfindlich.

      Deshalb gehen wir unterschiedlich mit Dingen um.

       

       

      Rosi

      Ich wünsche mir, dass wir mit dem Vergleichen aufhören.

      Zum Beispiel sagen manche:

      Einer anderen Person geht es noch schlechter.

      Dann ist es bei dir nicht so schlimm.

       

      Aber für jede Person ist etwas anderes schlimm.

       

      Und ich wünsche mir, dass es weniger Vorurteile gibt.

      Viele haben bestimmte Vorstellungen über Menschen mit psychischen Krankheiten.

      Aber diese Vorstellungen sind manchmal falsch.

       

      Deshalb wünsche ich mir, dass es mehr Informationen über psychische Krankheiten gibt.

       

      Zuletzt wünsche ich mir, dass Personen mit Problemen zum Arzt gehen.

      Nur ein Arzt kann entscheiden, ob man zum Beispiel eine Depression hat.

      Lucy und Rosi

      Kurztext in Gebärdensprache (das Video besitzt keinen Ton und keinen Untertitel):

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        Lucy und Rosi

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        Rosi: Wir haben keine Besonderheiten, wir haben Krankheiten. Und die bleiben auch für immer.

        Lucy: Mit Blick auf die Gesellschaft finde ich, dass man mehr erwarten kann. So schwierig ist Akzeptanz nicht und ich finde es schade, dass vieles so runter geredet wird.

        Rosi: Wir gehen beide sehr reflektiert mit unseren Krankheiten um. Es begleitet uns beide schon lange und wir haben einen ähnlichen Leidensweg mit Klinik und Therapie.

          Bildbeschreibung und Einsprache des Kurztextes:

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          Portrait - Lucy und Rosi
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